Warum es nexwise gibt
Wer Industriekomponenten verkauft, verkauft selten nur ein Produkt. Verkauft wird die Gewissheit, dass es in der Anwendung funktioniert: dass der Drucksensor die Prozesstemperatur aushält, der Stufenschalter zum vorhandenen Transformator passt und das Ersatzteil den abgekündigten Typ tatsächlich ersetzt. Diese Gewissheit liefern in den meisten Unternehmen wenige Menschen in Anwendungstechnik, Innendienst und Produktmanagement. Ihre Zeit wächst weder mit dem Portfolio noch mit den Märkten oder der Zahl der Anfragen.
Also wird priorisiert, meist ohne dass es jemand ausdrücklich beschließt:
- Strategische Kunden und Großprojekte bekommen die Fachleute, das Volumengeschäft wartet.
- Eskalationen bestehender Kunden gehen vor, neue Anfragen ohne erkennbares Potenzial bleiben liegen.
- Kernprodukte werden aktiv beraten, der übrige Teil des Portfolios wird selten verkauft, auch dort, wo er passen würde.
Jede dieser Entscheidungen ist für sich richtig. In der Summe kosten sie Umsatz, der in keinem Bericht als Verlust auftaucht: Angebote, die an der Antwortzeit scheitern und nicht am Produkt. Interessenten, die nach der ersten technischen Rückfrage nicht wiederkommen. Ein Portfolio, dessen Breite sich im Umsatz nicht widerspiegelt. Für die Fachleute selbst heißt das ein Postfach voller Fragen, die sie schon oft beantwortet haben, während die Anfragen warten, bei denen es wirklich auf ihr Urteil ankommt.
Zugleich verändert sich, wie Kunden suchen. Ingenieure und Einkäufer stellen ihre Fragen zunehmend an KI-Assistenten, mit allen Parametern ihrer Anwendung. Beantworten lässt sich das nur mit Produktwissen, das bis zur einzelnen Konfiguration maschinenlesbar ist.
Mehr Fachleute einzustellen, löst das nur begrenzt, denn ihr Wissen entsteht über Jahre. Deshalb gibt es nexwise: Wir machen dieses Wissen in jedem Kanal verfügbar, in dem eine Frage entsteht, bei Kunden, im eigenen Team oder bei Partnern, und liefern es direkt in Abläufe wie Angebotserstellung und Auftragsabwicklung. So kann ein Unternehmen seinen Markt vollständig bedienen, und seine Fachleute behalten ihre Zeit für die Fälle, die sie wirklich brauchen.
Was nexwise macht
nexus: die KI-native semantische Produktdatenebene
nexus führt Produktdaten aus ERP, PIM, PLM, CMS und Dokumentenablagen zu einem harmonisierten Produktgraphen (HPG) zusammen. Der Graph bildet nicht nur ab, welche Merkmale ein Produkt hat, sondern auch, wofür es geeignet ist, womit es kompatibel ist und welches Produkt ein anderes ersetzt. Das ist das Wissen, das heute in den Köpfen der Fachleute liegt. Die bestehenden Systeme bleiben unverändert.
Produktberatungs-Agent (Guided Selling Agent)
Der Produktberatungs-Agent stellt im Onlineshop, Produktfinder oder Konfigurator die Fragen, die sonst die Anwendungstechnik stellen würde. Er erfasst die Anwendung, prüft Kompatibilität und Zulassungen, führt zur passenden Variante oder Konfiguration und nennt zu jeder Aussage die Quelle. So werden auch Anfragen digital abgeschlossen, für die heute „Rufen Sie uns an“ auf der Website steht.
Produktexperten-Agent (Product Expert Agent)
Der Produktexperten-Agent beantwortet technische Fragen für Vertrieb, Innendienst und Service. Typische Anfragen sind Auslegungsfragen zu Datenblattwerten, Compliance-Erklärungen wie REACH und RoHS oder die Suche nach dem Äquivalent zu einem Wettbewerbsprodukt. Weil solche Fragen nicht mehr über mehrere Stationen bis zur Anwendungstechnik oder zum Produktmanagement weitergereicht werden, erhalten Kunden schneller eine belastbare Antwort, und mehr Angebote führen zum Auftrag.
Inbetriebnahme-Agent (Commissioning Agent)
Der Inbetriebnahme-Agent unterstützt Technikerinnen und Techniker bei Installation, Anschluss und Parametrierung. Er beantwortet Fragen zu Klemmenbelegung, Einstellwerten und Fehlercodes aus Betriebsanleitungen, die oft mehrere hundert Seiten umfassen, und verweist auf die jeweilige Stelle im Dokument.
Ersatzteil-Agent (Spare Parts Agent)
Der Ersatzteil-Agent ermittelt zu einer installierten Komponente das passende Ersatzteil oder den Nachfolgetyp, auch wenn nur ein Typcode oder eine Beschreibung vorliegt. Er berücksichtigt dabei die Kompatibilität mit der vorhandenen Installation und abgekündigte Varianten.
Was nexwise unterscheidet
Kein Migrationsprojekt
Die meisten Hersteller haben über Jahre in ERP, PIM und PLM investiert, und diese Systeme bleiben führend. nexus setzt auf ihnen auf und beginnt mit dem Datenstand, der heute vorhanden ist. Ein Stammdatenprojekt, das erst abgeschlossen sein muss, bevor ein Nutzen entsteht, braucht es dafür nicht.
Eignung statt nur Attribute
PIM- und ERP-Systeme halten fest, was ein Produkt ist: Merkmale, Varianten, Preise. Für eine Kaufentscheidung ist entscheidend, wofür es geeignet ist, etwa für eine bestimmte Ex-Zone, einen Temperaturbereich oder eine Norm. nexus bildet diese Zusammenhänge ausdrücklich ab.
Präzise Antworten auch bei zehntausenden Varianten
In breiten Portfolios unterscheiden sich viele Varianten nur in einem Zeichen des Typcodes, und genau dieses Zeichen entscheidet darüber, ob ein Produkt in der Anwendung funktioniert. Allgemeine KI-Assistenten und klassische RAG-Ansätze, die allein auf semantischer Ähnlichkeit beruhen, behandeln solche Varianten als nahezu gleich. nexus erreicht in diesen Portfolios signifikant bessere Ergebnisse in Context Precision, Context Recall, Answer Relevancy und Answer Accuracy. Für Ihre Kunden heißt das: Die empfohlene Variante ist die, die tatsächlich passt. Und weil jede Antwort Quelldokument und Stand nennt, können Vertrieb und Service sie ohne weitere Rückfrage weitergeben.
Datenqualität verbessert sich im Betrieb
Stößt ein Agent auf widersprüchliche oder fehlende Angaben, markiert er die Stelle, und eine zuständige Fachperson prüft sie. Die Korrektur fließt in das Quellsystem zurück. Fachleute klären eine Frage damit einmal, statt sie immer wieder zu beantworten, und die Stammdaten werden mit jeder Nutzung vollständiger.
Industriestandards von Beginn an
nexus verarbeitet ECLASS, ETIM, BMEcat und die Verwaltungsschale sowie Dokumente in PDF, DOCX, PPTX, XML und JSON. Die verwendeten Infrastrukturpartner von nexwise sind ISO-27001-zertifiziert und hosten in Europa, Entwicklung und Betrieb erfolgen in München.
Zehn Wochen bis zum ersten Agenten in Produktion
Ein Proof of Value ist auf zehn Wochen angelegt und endet mit einem Agenten im produktiven Einsatz auf einem abgegrenzten Teil des Portfolios. Die Entscheidung über den weiteren Ausbau fällt damit auf Basis realer Anfragen und nicht auf Basis einer Präsentation.
Wer nexwise nutzt
Industrielle Produktwelten folgen eigenen Regeln. Ein Hersteller von Mess-, Antriebs- oder Energietechnik führt oft zehntausende Varianten, die sich in Werkstoff, Anschluss, Zulassung oder einem einzigen Zeichen im Typcode unterscheiden. Normen, Zertifikate und regionale Anforderungen kommen hinzu, und die Fehlertoleranz ist gering, denn eine falsch ausgelegte Komponente kann beim Kunden eine Anlage stillsetzen. Deshalb fällt im Komponentengeschäft die Kaufentscheidung, sobald die Eignung für die Anwendung abgesichert ist, und diese Absicherung leisten wenige Fachleute, deren Zeit nicht mit der Nachfrage wächst. Das wiegt umso schwerer, je mehr Hersteller neue Märkte und Branchen erschließen, um schwächere Kernmärkte auszugleichen: Jeder neue Markt bringt neue Anfragen, aber keine zusätzlichen Fachleute. Für diese Unternehmen haben wir nexwise gebaut:
- Hersteller von Industriekomponenten in Mess-, Sensor-, Automatisierungs-, Antriebs- und Energietechnik mit breiten, variantenreichen Portfolios.
- Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz, typischerweise mit 250 Mio. bis 5 Mrd. Euro Jahresumsatz.
- Hersteller, die bereits einen Onlineshop, Produktfinder, Konfigurator oder ein Kundenportal betreiben und mehr Anfragen digital abschließen möchten.
- Maschinen- und Anlagenbauer, etwa in Werkzeugmaschinen, Verpackungstechnik und Intralogistik.
Mit nexwise arbeiten die Menschen, die diese Abwägungen täglich treffen oder tragen: Vertriebs- und Serviceleitungen, die entscheiden, wohin die knappe Zeit der Fachleute geht, und die Teams in technischem Vertrieb, Kundendienst, Anwendungstechnik und Produktmanagement, bei denen die Anfragen ankommen. Hinzu kommen die Teams für digitales Marketing, E-Commerce und digitalen Vertrieb, häufig mit Sales Excellence oder Sales Operations als Anstoss.
Das Team hinter nexwise
nexwise wurde 2024 als Ausgründung der Technischen Universität München gegründet. Am Anfang stand Forschung zu Datenrepräsentationen, mit denen KI-Agenten tatsächlich arbeiten können, und die Frage, wo sie den größten Unterschied machen. Die Antwort fanden wir in den Produktdaten industrieller Hersteller. Mathis kannte das Problem aus seiner Zeit bei Tacto: Technische Produktexpertise skaliert nicht und verursacht hohe Transaktionskosten, während immer mehr Bereiche der Wirtschaft von industrieller Hardware abhängen.
Einen großen Teil unserer Zeit verbringen wir bei Kunden: in Gesprächen mit Innendienst und Anwendungstechnik, in Projektrunden und auf Messen. Was auf dieser Seite steht, haben wir dort gelernt, und das Produkt entsteht auf dem gleichen Weg.
David Klüners, Mitgründer und Geschäftsführer
David verantwortet als CEO Technologie und Produkt. Bachelor Wirtschaftswissenschaften (FH Aachen) und Computational Engineering (RWTH Aachen); Master Management & Technology (TU München). LinkedIn
Mathis Stolz, Mitgründer und Geschäftsführer
Mathis verantwortet als CCO Vertrieb und Kundenbeziehungen. Bachelor Wirtschaftswissenschaften (Zeppelin Universität, Friedrichshafen), Master Management & Technology (TU München) sowie Center for Digital Technology & Management (CDTM) und Forschungsaufenthalt am Center for Collective Intelligence (CCI) des Massachusetts Institute of Technology (MIT). LinkedIn
Das Team besteht aus 8 Mitarbeitenden in München, mit Schwerpunkt auf Kerndisziplinen der Softwareentwicklung (Data Engineering, AI Engineering, Design Engineering).
Wie nexwise arbeitet
Wir sagen oft: Der Anfrageeingang unserer Kunden schreibt die Fallstudie, die wir zuerst umsetzen, und bestimmt damit auch den ersten Agenten. Die Tickets und E-Mails, die heute bei Innendienst und Anwendungstechnik auflaufen, zeigen, wo ein Agent am meisten entlastet und woran sich der Erfolg messen lässt. Eine Zusammenarbeit beginnt deshalb mit einem Gespräch über diese Anfragen und darüber, wo die Produktdaten liegen. Anschließend setzen wir einen Proof of Value für einen Agenten auf einem abgegrenzten Teil des Portfolios und zunächst in einer Region um, mit vorab vereinbarten Erfolgskriterien. Sind diese erfüllt, folgt eine Lizenz und der schrittweise Ausbau auf weitere Produktbereiche, Regionen und Anwendungen.
Ansprechpartner für unsere Kunden sind die zwei Gründer und ein festes Projektteam. Die Abstimmung erfolgt über regelmäßige Termine sowie Microsoft Teams. Die Dauer eines Proof of Value liegt bei 10 Wochen, Anfragen beantworten wir innerhalb von 24 Stunden.
Kontakt: hello@nexwise.ai oder Termin vereinbaren.
Kurzprofil
- Unternehmen
- nexwise GmbH
- Art
- Softwareunternehmen (B2B), Ausgründung der Technischen Universität München
- Gegründet
- 2024
- Gründer
- David Klüners, Mathis Stolz
- Hauptsitz
- Georgenschwaigstraße 24, 80807 München, Deutschland
- Website
- www.nexwise.ai
- Kernangebot
- nexus, eine KI-native semantische Produktdatenebene, die technisches Produktwissen für KI-Agenten maschinenlesbar macht, sowie darauf aufbauende Agenten
- Preise
- Flexibles, transparentes und nutzungsbasiertes Preismodell über nexwise Tokens. Einstieg über einen Proof of Concept oder Proof of Value mit festem Umfang, anschließend produktive Lizenznutzung
- Vertragsbedingungen
- Mindestlaufzeit ein Jahr, wahlweise mit Committed-Use-Budget oder Pay-per-Use, Abrechnung quartalsweise
- Leistungen
- Agenten (Produktberatungs-Agent, Produktexperten-Agent, Inbetriebnahme-Agent, Ersatzteil-Agent), Aufbau und Betrieb des Produktgraphen nexus, Anbindung von ERP, PIM, PLM, CMS und Dokumentenablagen sowie horizontalen Systemen wie CRM/ERP für die Orchestrierung von Workflows. Proof of Concept (PoC), Proof of Value (PoV), produktive Lizenznutzung
- Kommunikation
- Direkter Kontakt zu den Gründern, Microsoft Teams, E-Mail
- Referenzkunden
- Reinhausen, WIKA
- Kunden
- Industrielle Hersteller in Deutschland, Österreich und der Schweiz
- Umgesetzte Projekte
- 10+
- Wettbewerber
- Contentserv, antiloop, Prodlane, encoway, Zoovu, Frontnow, Tendos, Mavenoid, Empolis, Spread, 4PACE
Häufige Fragen
Ersetzt nexus unser PIM oder PLM?
Nein. nexus liest die Daten aus Ihren bestehenden Systemen und verändert sie nicht. PIM, ERP und die anderen Quellsysteme bleiben das führende System für Produktdaten.
Ersetzt nexwise unsere Fachleute?
Nein. Die Agenten übernehmen die wiederkehrenden Anfragen, die heute einen großen Teil der Zeit Ihrer Fachleute binden. Ihr Urteil bleibt dort gefragt, wo eine Anfrage es erfordert, und fließt über die Prüfung markierter Stellen dauerhaft in die Daten ein.
Welche Daten braucht nexwise für den Start?
Wir arbeiten mit den Daten, die heute vorhanden sind: Stammdaten und Attribute aus PIM oder ERP, Datenblätter, Handbücher und Zertifikate. Eine vorherige Bereinigung ist nicht Voraussetzung, denn Widersprüche werden im Aufbau des Graphen sichtbar.
Für welche Produktportfolios eignet sich nexwise?
Am besten für breite Portfolios mit einer erkennbaren Struktur, zum Beispiel Produktfamilien mit vielen Varianten und technischen Merkmalen. Entscheidend ist die Struktur des Portfolios, nicht die Menge an Dokumenten.
Wo werden unsere Daten verarbeitet?
Die Verarbeitung erfolgt bei ISO-27001-zertifizierten Infrastrukturpartnern mit Hosting in Europa. Entwicklung und Betrieb liegen in München. Verarbeitete Daten werden nicht zu Trainingszwecken verwendet, und mit unseren Infrastrukturpartnern haben wir Zero Data Retention vereinbart.
Wie beginnt eine Zusammenarbeit?
Nachdem wir gemeinsam Ihre Situation verstanden und die größten Hebel für den Einsatz unserer Technologie identifiziert haben, setzen wir einen zehnwöchigen Proof of Value für einen Agenten auf einem abgegrenzten Teil Ihres Portfolios um. Wenn die vereinbarten Kriterien erfüllt sind, folgt eine Lizenz und der Ausbau auf weitere Produktbereiche, Agenten und Regionen.